Pflegestationen

Neuro I: 24 Betten
Neuro II: 25 Betten
Neuro III: 25 Betten
Gesamt: 74 Betten

Davon sind je Station 8 Betten Stufe B laut LKF systemisiert.

Die Schwerpunkte der Krankheitsbilder auf allen drei Stationen sind:
• Schlaganfall
• Schädel-Hirn-Traumata
• Cerebrale Hypoxien
• Apallisches Syndrom
• Multiple Sklerose
• Entzündliche Erkrankung des Nervensystems
• Querschnitt
• Tumore
• Angeborene Nervenerkrankungen
• Baclofen–Evaluierung (=intrathekale Verabreichung von Baclofen)

Unser Bestreben besteht darin bei den Patienten gezielt und frühzeitig Ressourcen zu erkennen, zu verbessern und zu fördern.
Die Grundpfeiler in unserem Betreuungskonzept sind gezielt angewandte Pflegekonzepte wie:
• Basale Stimulation
• Kinästhetik
• Lagerung nach Bobath
• sowie reaktivierende Pflege

Das gesamte Pflegepersonal absolviert den Grundkurs in Basaler Stimulation und Kinästhetik, sowie teilweise Bobath Seminare.

Die Rehabilitationskompetenz der Pflege im therapeutischen Team beruht auf jahrelanger Erfahrungserweiterung in praktischer sowie in theoretischer Hinsicht. Dies ist ein wesentlicher Aspekt in der interdisziplinären Zusammenarbeit.

Basale Stimulation:

      

   

Basale Stimulation ist eine Beziehungsaufnahme, keine Technik. Sie setzt bei den verbliebenen Funktionen an, baut sie weiter auf bzw. vermeidet ihren weiteren Verlust. Alle Menschen, die in ihrer Fähigkeit zur Wahrnehmung eingeschränkt sind, können profitieren.
Schwer beeinträchtigte Patienten verspüren genauso das elementare Bedürfnis nach Wahrnehmung, Kommunikation und Bewegung. Sie sind jedoch in ihrem Erleben stark beeinträchtigt, sie erhalten mangelnde Informationen aus ihrer Umwelt.
Durch bewusst geplante, gezielte und einfühlsame Sinnesanregung bieten wir den Menschen die Möglichkeit ihre Wahrnehmungsfähigkeit zu erhalten, zu fördern und sich ihrer Umwelt wieder zu erinnern.
Wir sprechen den Menschen mit unterschiedlichen Kommunikationsformen über seinen Körper an, indem wir Impulse setzen, die der Pflegeempfänger über seine Haut, das Gleichgewichtsorgan, das Gehör, die Zunge, den Mund, die Nase und die Augen wahrnehmen kann. Die Impulse werden dabei individuell abgestimmt. Dem Patienten werden Angebote gemacht, angemessen an seine eingeschränkten Möglichkeiten, die er annehmen oder auch ablehnen kann. Die Pflege wird mit dem Patienten entwickelt.

Basale Stimulation soll dem Patienten die Möglichkeit geben:
• sich zu orientieren,
• sich selbst wieder wahrnehmen zu können,
• sein Körpergefühl wiederzuerlangen,
• sich und seine Umwelt differenzieren können,
• Vertrauen zu sich und seiner Umwelt aufbauen zu können,
• seine Persönlichkeit wiederzuerlangen.
Wirkung:
• Stressabbau,
• Entspannung,
• Beruhigung,
• Sicherheit,
• Wahrnehmungsförderung,
• Kontaktaufnahme,
• Reaktionen zeigen.
 

     

Kinästhetik
Kinästhetik ist eine Lehre der menschlichen Bewegungen. Sie beschreibt, analysiert und vermittelt die Aspekte der Bewegung als grundlegende Voraussetzung für jede menschliche Funktion.
Sie vermittelt die Fähigkeit, Bewegung und Bewegungsempfindung als Mittel der Arbeit mit Menschen einzusetzen.

Kinästhetik in der Pflege ermöglicht gezielte und professionelle Hilfe zur Selbsthilfe. In gemeinsamen Bewegungen mit dem Patienten, und dem genauen Beobachten seiner Reaktionen, lernt die Pflegeperson die individuellen Bewegungsmuster des Patienten kennen. Die Pflegeperson ist so in der Lage, den Patienten bei den täglichen Aktivitäten, wie z. B. Aufsetzen, Aufstehen oder beim Bewegen im Bett auf eine Weise zu unterstützen, die es ermöglicht, seine derzeitige Bewegungskompetenzen auszuschöpfen, diese zu erhalten und weiter auszubauen.

Die Berührung ist das wirksamste Mittel um Bewegung zu führen und ihr zu folgen. Die taktile Rückmeldung ist unmittelbar. Der wechselseitige Informationsaustausch geschieht gleichzeitig. Es gibt keine Verzögerungen. Beide Beteiligten bewegen und reagieren gemeinsam. Die Bewegung kann vollständig wahrgenommen werden.
Für uns ist die Zusammenarbeit im interdisziplinären Team eine notwendige Voraussetzung für einen effizienten und reibungslosen Rehabilitationsprozess.

Bobath
Das Bobath-Konzept ist ein Therapiekonzept, das den betroffenen Patienten ermöglichen soll, wieder die Kontrolle über ihre Haltung und Bewegung zu erlangen.
Eine wichtige Grundlage ist das Handling bzw. das Handhaben des Patienten, d. h. seine Bewegung zu leiten, z. B. beim Lagern. Mit Handling kann der Patient physiologische Bewegungen trotz Lähmung ausführen.
Die Lagerung nach Bobath stellt wegen der regelmäßigen Wiederholung ein besonders wichtiges Lernangebot für den Patienten dar. Über eine konsequent durchgeführte und fachgerechte Lagerung kann in jedem Fall eine Muskeltonuserhöhung günstig beeinflusst und begrenzt werden.
Ziele des Bobath-Konzeptes sind:
• Regulation des Muskeltonus, das heißt bei Spastik den Tonus vermindern und bei schlaffer Lähmung den Tonus aufbauen
• Anbahnung von Bewegung
• Reintegration der betroffenen Seite und Wiedererlangen normaler Bewegungsabläufe
• Größtmögliche Selbstständigkeit in den Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL)
 


Anhand der selbsterstellten Richtlinien für die Zusammenarbeit im speziellen der Pflegepersonen und Therapeuten sind die Abläufe in der Tagesstruktur geregelt und optimiert.
Im Zuge der wöchentlich stattfindenden Reha-Team Besprechung werden Ziele und Betreuungsschwerpunkte aufeinander abgestimmt. Das Pflegeteam reflektiert beim Patienten die Umsetzung des in der Therapie Erlernten in den Alltag.

Kontaktadresse:
Brunner Brigitte
Primariatsoberschwester
Tel. Nr.: +43 (0) 50504 44111
Diensthandy: +43 (0) 50504 87765
E-Mail: brigitte.brunner@tirol-kliniken.at