Schmerzbehandlungen

Facettengelenks- und Wurzelinfiltrationen
In speziellen Fällen von Patienten mit definierten Schmerzpunkten im Bereich eines oder zweier Facettengelenke (=kleine Gelenke zwischen einzelnen Rücken-Wirbeln) oder im Bereich kurz nach dem Austritt eines Nerven aus dem Rückenmark (im neurologischen Jargon auch als Nervenwurzel bezeichnet) besteht die Möglichkeit einer Computertomographisch-kontrollierten-Infiltration (=Einspritzen von schmerzhemmenden Medikamenten an diesen Ort), welche die schmerzende „Wurzel“ oder das schmerzende Facettengelenk befreit (in Zusammenarbeit mit Prof. Eisner, Univ. Klinik für Neurochirurgie, Innsbruck).

Epidurale Schmerzinfiltration
Viele Patienten mit degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen (=Abnützungs- und Ab- sowie Umbauerscheinungen der Wirbelsäule) leiden unter starken, chronischen Schmerzen entlang der Lendenwirbelsäule, oft diffus in die Gesäßregion und die Beine ausstrahlend; viele der Patienten hatten in früheren Jahren bereits Bandscheibenvorfälle mit Nerveneinklemmungen und daraus folgenden Lähmungen an den Beinen sowie Blasenentleerungsstörungen und mußten deshalb, mitunter wiederholt, operiert werden; nicht selten, war deshalb die Implantation (=Einpflanzung) von Metallteilen (Schrauben, Stäbe, Platten, etc.) zur Stabilisierung der Wirbelsäule notwendig. Vielen dieser Patienten kann durch die sog. epidurale Schmerzinfiltration eine deutliche Schmerzlinderung, auch für längere Zeit, ermöglicht werden; bei dieser Maßnahme wird eine bestimmtes Volumen (=Depot) einer Kombination aus drei verschiedenen Schmerz- und Entzündungshemmenden Substanzen, mit unterschiedlich langer schmerzbefreiender Wirkung, direkt an oder auf (=epi) die harte Rückenmarkshaut (=Dura) und die davon ausgehenden Nervenwurzeln gesetzt; dies erfolgt durch ein spezielles Nadel-Spritzen-System, wobei der Stich selbst meist schmerzfrei ist, sofern vorher sowohl die Haut, als auch die unmittelbar unter der Haut liegenden Gebilde mittels örtlicher Betäubung schmerzunempfindlich gemacht wurden.

CRPS I
Einige Patienten präsentieren sich während des Aufenthaltes an unserer Abteilung, manchmal fast über Nacht, mit einer geschwollenen, schmerzenden und oft schwitzenden Hand; zum größten Teil sind Patienten/innen nach Schlaganfall betroffen, obwohl diesem Phänomen auch andere neurologische Erkrankungen, wie z.b. das Schädel-Hirn-Trauma (SHT), vorangehen können; seltener können von dieser Schwellung und den Schmerzen auch andere Körperteile betroffen sein (z.B. Fuß). Ärztlicherseits erfolgt daraufhin eine genaue Analyse des Phänomens (meist in Teamarbeit mit den diesen Patienten betreuenden Therapeuten und Schwestern), um eine möglichst genaue Zuordnung der neuen Symptome zu einer Ursache und damit die beste Therapie gewährleisten zu können. Sofern nach anerkannten Kriterien die Diagnose eines CRPS I gestellt werden muß, wird der Patient, nach Überprüfung von Gegenanzeigen, einer Therapie mit oralen (=Tabletteneinnahme) Corticosteroiden (künstlich hergestelltes Nebennierenrindenhormon, umgangssprachlich: Kortison) für insgesamt 4 Wochen (2 Wochen Therapie, 2 Wochen langsames Absetzen) unterzogen; diese Therapie zeigt sich sowohl nach internationaler, als auch nach Erfahrung in unserer Abteilung, als sehr wirkungsvoll in der Behandlung dieses Schmerzsyndroms und kann damit auch die Langzeitfolgen vollständig verhindern. Das CRPS I (=engl. complex regional pain syndrom I oder dt.: komplexes, regionales Schmerzsyndrom I) selbst ist in der medizinischen Fachwelt seit längerem bekannt und wurde (und wird noch immer) auch als „Sudeck´sche Erkrankung“ (Sudeck war einer der Erstbeschreiber) oder Schulter-Arm-Syndrom bezeichnet. Bei Nichtbehandlung oder unzureichender Behandlung durchläuft die Erkrankung drei Stadien, an deren Ende häufig die Unbrauchbarkeit des jeweiligen Körperteiles (meist Hand) steht; daher ist die richtige Diagnosestellung sowie die richtige und konsequente Therapie von hervorragender Wichtigkeit!