Endoskopische Schluckdiagnostik

Viele Patienten mit neurologischen Erkrankungen z.B. Schlaganfall-, Schädelhirntrauma (SHT)- oder MS-Patienten, leiden an mehr oder weniger stark ausgeprägten Schluckstörungen (Dysphagie). Die Störungen werden zunächst durch Ärzte/innen und Logopäden/innenbzgl. ihrer Art und ihres Schweregrades klinisch (an Hand der Symptome) beurteilt. Eine nicht optimal diagnostizierte und daher nicht optimal behandelte Schluckstörung und die damit verbundene Gefahr einer Fehlleitung von Nahrungsbestandteilen in die Luftröhre und Lunge (sog. Aspiration) könnte für den/die Patienten/in in eine erhebliche, wenn nicht lebenfsgefährliche Komplikation münden.

Deshalb steht unseren Patienten in der Schluckdiagnositik - ergänzend zur klinischen Beurteilung (und Bröntgen Breischluck) - die (Video-)Endoskopie zur Verfügung, womit sich die Vorbeugung gegen die Aspiration erhöht.

In der Video-Endoskopie wird ein biegsames (flexibles) Endoskop verwendet, bei vielen Patienten schon aus der Magen- oder Darmspiegelung bekannt, nur wesentlich kleiner in seinen Ausmaßen. Nach örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) mittels eines Sprays in die Nase wird das Endoskop vorsichtig über die linke oder die rechte Nasenöffnung eingeführt. Zunächst wird der Befund von Zustand und Gestalt aller anatomischen Gebilde (Strukturen) im oberen, mittleren und unteren Rachenbereich sowie des Kehlkopfes beurteilt. Anschließend erfolgt die Beurteilung der Funktionen der einzelnen Strukturen in Ruhe; im dritten und sehr wichtigen Schritt wird die Funktion aller am Schluckakt beteiligten Anteile des Mund-Rachen-Kehlkopf-Bereiches getestet: mittels Verabreichung von gefärbten breiigen oder festeren Nahrungsanteilen in den Mund wird die eigentliche Schluckfunktion und das Risiko der Aspiration dieser Art von Nahrung beurteilt. Das komplikationslose Abschlucken von Flüssigkeiten setzt sehr gute Funktionen des Nasen-Rachen-Kehlkopfraumes voraus, deshalb muss dabei in der endoskopischen Schuckdiagnostik sehr genau auf eine mögliche Gefahr der Aspiration geachtet werden: durch Aufnahmen oder Einbringen von gefärbten (meist methylenblau) Flüssigkeiten (Wasser, Tee, Milch, etc.) in den Mund wird, ggf. wiederholt, das Abschlucken der Flüssigkeit endoskopisch beurteilt.

Auf Grund der zur Verfügung stehenden Technik kann der Schluckbefund durch Bilder und Videosequenzen dokumentiert und somit zur Beurteilung des Therapieerfolges verwendet werden. Die Untersuchungsmethode ist nicht unangenehm, sicher schmerzlos und nahezu 100 %ig komplikationslos, die videoendoskopische Schluckuntersuchung dauert im Schnitt 15, max. 20 min.