Elektrophysiologie

Im Labor für Klinische Neurophysiologie des Ö. LKH Hochzirl-Natters werden jährlich etwa 1700 Funktionsuntersuchungen des zentralen und peripheren Nervensystems und der Muskulatur durchgeführt. Hierzu zählen die Registrierung der Hirnströme (Elektroenzephalographie, EEG), die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (Elektroneurographie, ENG), die Registrierung der elektrischen Muskelaktivität (Elektromyographie, EMG) und die nicht-invasive Messung zentraler und peripherer Leitungsbahnen (Evozierte Potentiale, EP).

Hierbei werden Funktionen von Hörbahn, Sehbahn, sensiblen und motorischen Leitungsbahnen an oberen und unteren Extremitäten gemessen. Die Ergebnisse all dieser Untersuchungen helfen, bestehende Funktionsstörungen zu erfassen, zu lokalisieren und zu quantifizieren, begründete Therapiestrategien auszuwählen und schließlich Therapieverläufe zu kontrollieren.

An speziellen Untersuchungstechniken bietet das Labor Reflexuntersuchungen (T-Wellen, Long-Loop-Reflexe, Hirnstammreflexe inklusive akustischer Schreckreaktion, exterozeptive EMG-Suppression), die Erfassung kognitiver ereigniskorrelierter Potentiale (ERP), Polygraphien und EMG-getriggertes EEG zur Abklärung von Tremorerkrankungen und Myoklonien, Magnet-Doppelstimulation zur Erfassung intrakortikaler Inhibition und Fazilitierung, EMG- und stimulationsunterstützte Verabreichung von Botulinumtoxin zur Behandlung fokaler Spastik, sowie Verlaufsbeobachtung der antispastischen intrathekalen Baclofen-Therapie mittels H-Reflex-Messung.