Bronchoskopisches Absaugen

Die bronchoskopische Absaugung wird an Patienten durchgeführt, die trotz aller penibel durchgeführten Vorsichtsmaßnahmen dennoch aspiriert haben:


a. bei einem bestimmten Prozentsatz von schluckgestörten Patienten hat sich bereits vor Aufnahme an unserer Abteilung eine chronische, weil unbemerkte, Aspiration ereignet;


b. bei einem weiteren Teil der betroffenen Patienten kann sich mitunter – meist durch unerwartetes, heftiges Erbrechen - trotz angelegter, geblockter Trachealkanüle (Trachea = Luftröhre) als Schutz vor Aspiraton, eine Aspiration ereignen, welche unverzüglich durch endoskopisch kontrolliertes Absaugen (bronchoskopisches Absaugen) und ggf. Spülen beseitigt werden muss;


c. eine dritte Gruppe von Patienten, die bronchoskopisch abgesaugt werden muss, ist wegen ihrer neurologischen Grunderkrankung derart geschwächt, dass das selbständige Abhusten von spontan, in übermäßigem Ausmaß produzierten, Bronchialsekretes nur unvollständig oder nicht mehr möglich ist – ohne bronchoskopischer Absaugung würden solche Patienten an einer schweren Lungenentzündung (Pneumonie) und damit an einer schweren Einschränkung der Atmungsfunktion leiden.
 

Die bronchskopische Absaugung wird mittels eines Endoskopes, welches länger und in seinem Durchmesser größer ist als jenes zur Schluckdiagnostik, durchgeführt; dieses Endoskop (Bronchoskop) ist mit einem ausreichend großen Arbeitskanal ausgestattet, sodaß über diesen Kanal das Sekret und das aspirierte Material abgesaugt werden können; über diesen Arbeitskanal können bei Bedarf aber auch eine Fasszange (z.B. zum Zerkleinern und Entfernen festerer Nahrungsteile) eingeführt oder kleine Mengen von Flüssigkeiten (z.B. physiologische Kochsalzlösung, Lokalanästhetikum) gezielt, unter Sicht, auf die Oberflächen der interessierenden anatomischen Räume eingebracht werden. Das Einführen des Endoskopes erfolgt entweder über die Nase oder den Mund, oder bei Patienten mit liegenden Trachelkanülen über die Kanüle, welche während dieser Absaugung entblockt wird, damit eine ausreichende Sauerstoff(O2)-Versorgung des/der Patient/in gewährleistet ist; der/die Patient/in ist bei dieser bronchoskopischen Absaugung, außer im Notfall, nüchtern; außerdem wird der/die Patient/in mit bestimmten Medikamenten vorbehandelt und zusätzlich mit O2 versorgt, um die Absaugung für den Patienten möglichst schonend durchführen zu können (z.B. Verabreichung eines Beruhigungsmittels, ggf. auch eines zentral wirksamen Schmerzmittels); selbverständlich werden die Schleimhäute entlang des Einführungsweges bis hin zu den Bronchien mittels örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) zusätzlich schmerzunempfindlich gemacht, auch um überschießende Reaktionen von seiten des Bronchialsystems (z.B. Husten) während der Untersuchung zu verhindern. Je nach Ausmaß des bestehenden Problems, das zur bronchoskopischen Absaugung geführt hat, dauert der Eingriff zwischen 20 – und 30 Minuten.